Depression – die unsichtbare Krankheit

Ein JA versteckt sich nicht.

© Johannes Dziemballa

Depression – die unsichtbare Krankheit

„Es wäre wirklich gut, wenn man Depressionen sichtbar machen könnte. So wie einen Kreuzbandriss. Man humpelt und es ist klar: Man muss zum Arzt“, meint Armin Rösl lächelnd. Leider hat sich seine Depression im Jahre 2010 ganz heimlich und unsichtbar an ihn herangeschlichen – und ihn unvermutet ausgeknockt. Armin war damals mitten im Hausbau, seine Frau mit dem dritten Sohn schwanger. Auch der Job als Redakteur bei der Zeitung und diverse ehrenamtliche Verpflichtungen und Hobbys füllten Kopf und Terminkalender des Oberpfälzers. Heute weiß er, dass er nicht nur auf andere, sondern auch auf sich achten muss und Warnsignale nicht überhören darf. Außerdem hat er gelernt, auch mal Nein zu sagen. Wovon er inzwischen überzeugt ist: „Es ist wichtig, mit dieser Krankheit offen umzugehen – gerade weil sie so schwer zu erkennen ist!“ Mit seiner Geschichte ist Armin in die Öffentlichkeit gegangen – um Mut zu machen und Vorurteile abzubauen. Das hat ihn selbst viel Mut gekostet.

Aus dem Leben gerissen von bösen Stimmungen

In die Station 7/3 des Klinikums rechts der Isar hat ihn seine Depression gebracht. „Mein Psychiater und meine Frau waren sich sicher, das muss sein. Ich selbst konnte gar nichts mehr entscheiden, war gefangen zwischen Ängsten, Hoffnungslosigkeit und der Gewissheit, absolut nutzlos zu sein. Die Realität konnte ich nur noch wie aus einer Blase heraus wahrnehmen. Ich habe dauernd an Selbstmord gedacht und konnte auch nur noch meine eigene schwarze Perspektive sehen“, erinnert sich Armin heute. „Ich hatte natürlich auch Angst vor der Klinik, wusste nicht, was mich erwartet, und wann ich jemals wieder herauskommen würde.“ Lauter Ängste, die er mit seinen Mitpatienten teilt. Das stellt er allerdings erst fest, als er nach ungefähr drei Tagen beginnt, wieder an Gesprächen teilzunehmen. „Ich bekam Medikamente, einen Therapieplan und einen strukturierten Tagesablauf. Morgens um 7:30 Uhr aufzustehen war schon die erste riesige Hürde.“ Er ist in einem kargen Zweibettzimmer untergebracht, in dem er nicht viel Zeit verbringen soll – außer zum Schlafen. Es geht darum, in Bewegung zu kommen und ins Gespräch, das ständige Grübeln im Kopf zu unterbrechen. „Darauf sind auch die Therapieangebote ausgerichtet. Beim Malen und Musik Machen hat man plötzlich Pause von der dauernden Abwärtsspirale negativer Gedanken. Bis man irgendwann plötzlich merkt: ich lache ja!“

Ein guter Schritt: Offenheit

Nach drei Wochen in der Klinik geht es Armin um einiges besser. Er hat viele Gespräche mit seinem Therapeuten aber vor allem auch mit den anderen Patienten. „Ich dachte vorher, das sind alles echt Verrückte und die kommen aus den unteren Gesellschaftsschichten. Von wegen: Ich habe viele interessante Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen kennen gelernt. Und ich habe erkannt: Depression kann einfach jeden treffen“, erinnert er sich. „Dass ich nicht alleine bin, hat mir wahnsinnig gutgetan. Ich hätte nie geahnt, dass ich hier echte Freunde finde.“

Langsam reift ein Entschluss in ihm. Im Job ist er wegen einer „Stoffwechselstörung“ krankgeschrieben, aber er will nicht mehr lügen. Will die Unwissenheit und die Vorurteile, in denen er selbst verstrickt war, beenden. Armin ruft seinen Chefredakteur aus der Klinik heraus an und schenkt ihm reinen Wein ein. „Die positive Reaktion, die da kam, hat mich fast umgehauen.“ Es stellt sich heraus, dass ein Familienmitglied seines Chefs auch unter Depressionen leidet. „Du kannst dir alle Zeit der Welt nehmen, wir warten auf dich, denn du wirst hier gebraucht.“ Diese Worte waren Balsam für Armins Seele.

Der Weg zurück in die Normalität

Drei Monate hat Armin gebraucht, um langsam wieder in seinen Beruf zu kommen. Dabei war Schreiben immer seine Passion. „Aber in der Depression konnte ich keine einzige Zeile mehr zu Papier bringen. Außerdem habe ich kaum geschlafen und war völlig übermüdet.“

Inzwischen hält Armin seine Depression in Schach und nicht umgekehrt. Er ist noch einen weiteren mutigen Schritt gegangen in Richtung Offenheit: Er engagiert sich in der Deutschen DepressionsLiga e.V., einer Patientenorganisation. Armin ist dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Außerdem gibt er regelmäßig Arbeitgeber-Seminare bei Unternehmen und erzählt seine Geschichte, um anderen Mut zu machen. „Viele erkennen die Zeichen der Depression nicht und haben Vorurteile. Weil man die Krankheit eben viel schwerer erkennen kann als einen Kreuzbandriss. Da weiß doch auch jeder, dass man sich davon erholt, aber nicht gleich wieder einsatzfähig ist,“ lächelt Armin.

Möchten Sie die Armins ganze Geschichte lesen, aufgeschrieben von ihm selbst? Sie finden sie in der Broschüre „Lichtblicke“ unter diesem Link.

Janssen im Bereich Psychiatrie:

Therapien neu denken, Leben verändern

In Deutschland leiden schätzungsweise 4,1 Millionen Menschen an Depressionen, das sind 5,2 Prozent der Bevölkerung*. Bei Janssen ist die Psychiatrie schon seit 60 Jahren ein Forschungsschwerpunkt. Unser Firmengründer Dr. Paul Janssen war ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Unter anderem entdeckte er zwei Antipsychotika, die noch heute auf der Liste der unverzichtbaren Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen. Seine Forschung brachte in den frühen 60er Jahren das Ende der Zwangsjacken für Schizophrenie-Patienten und die Behandlungsmöglichkeit im eigenen Zuhause.

Darüber hinaus vereinfacht Janssen die Einnahme, z. B. durch regelmäßige Injektionen statt täglicher Tabletten. In unserem Online-Portal psychose-wissen.de** versorgen wir Patienten und Angehörige mit wertvollem Wissen. Hier geht es um alles, was hilft, ein annähernd normales Leben zu führen. Wir wollen, dass Patienten ihr Leben wieder selbst bestimmen können– so wie Armin Rösl.

 

*Robert Koch-Institut zum Weltgesundheitstag 2017: Daten und Fakten zu Depressionen, Zugriff im August 2017

** http://psychose-wissen.de/

Weitere Informationen:

- Website der Patientenorganisation DepressionsLiga e.V.

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