Sabines Kampf gegen die Schizophrenie

„Da war plötzlich jemand, der mich an die Hand nahm und das war die Wende.“

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Lebensmut im Alltag trotz Schizophrenie

Sabines Kampf gegen die Schizophrenie

Sabine, an Schizophrenie erkrankt, berichtet von dem Gefängnis, in dem sie sich so viele Jahre befand. Dabei meint sie nicht nur die geschlossene Psychiatrie. Ihre Gedankenwelt wurde für Sabine zum größten Feind - den sie dank moderner Medikamente und eines einfühlsamen Arztes besiegen konnte.

Wo andere den Start ins Leben wagen, begann für Sabine ein Alptraum. Mit 18 Jahren erlitt sie einen ersten Nervenzusammenbruch - der Beginn einer langen Reise zurück ins Leben für die heute 47-Jährige. Eingesperrt in der eigenen Gedankenwelt verlor die junge Frau anfangs ihren Lebensmut. 

Sabine erinnert sich an Alpträume und Phasen, in denen ihr selbst die alltäglichen Dinge wie Bewegung aufgrund ihrer Schizophrenie zu anstrengend waren. Am schlimmsten war für sie die Hoffnungslosigkeit, dieses Gefühl, ihr Schicksal sei besiegelt. Und war Sabine dann immer mal wieder zeitweise arbeitsfähig, prägten Mobbing und Vorurteile ihren Joballtag. Mit jedem erneuten Klinikaufenthalt rückte Sabines größtes Ziel in weitere Ferne: Der Wunsch nach einem normalen Alltag und Freude, der Wunsch ihren Motorradführerschein in Freiheit nutzen zu können oder einfach einmal durchzuatmen. Insgesamt acht Jahre ihres Lebens verbrachte Sabine infolge ihrer Schizophrenie in psychiatrischen Einrichtungen. Zweimal war sie so verzweifelt, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wollte. Mit dem Kontakt zu ihrem heutigen Psychiater und dank einer für Sie verträglichen und passenden Behandlung kam die Wende.

Psychiater gewann Sabines Vertrauen

Dass ein Arztwechsel vor 25 Jahren zur vielleicht glücklichsten Entscheidung ihres Lebens wurde, ahnte die damals so verzweifelte Frau nicht. Von Beginn an imponierte Sabine die große Menschlichkeit und Wärme, mit der ihr Ansprechpartner auf sie zuging. Kein Hauch von „Halbgott in weiß”, eher das genaue Gegenteil: „Er besitzt die perfekte Mischung aus medizinischer Kompetenz und Väterlichkeit”. Sabine fällt es beinahe etwas schwer, seine Art in Worte zu fassen. Für ihren Arzt ist sie kein medizinischer Fall, sondern ein individueller Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen. Als besonders hilfreich empfindet Sabine seine Fähigkeit, einem - wie sie schmunzelnd sagt - „den Kopf zurechtzurücken”, dabei aber stets warm und beschützend zu bleiben.

Sie erinnert sich: „Mit jeder Therapiestunde wurde er für mich mehr Freund als Psychiater, ein richtig treuer Begleiter eben.” Balsam auf ihrer Seele ist außerdem, wenn er in ihrer Gegenwart eigene Schwächen und Fehler thematisiert. „So begriff ich, dass kein Mensch perfekt sein muss und dies auch von niemandem erwartet wird”, sagt Sabine erleichtert. Jede Sitzung bei ihrem Arzt gibt der jungen Frau Kraft. Kraft, die Ketten zu sprengen, die ihr die Schizophrenie angelegt hat. Kraft, das Besondere des Alltags wieder zu entdecken und genießen zu können.

 

 

Blick in die Zukunft: Sabine ist voller Hoffnung

Die beispiellose Art ihres Arztes und das für sie wirksame und gut verträgliche Medikament haben etwas ausgelöst: Sabines größter Wunsch, dem Gefängnis Schizophrenie zu entkommen, ist erfüllt. In ihrem Leben mit Schizophrenie möchte sie die neu gewonnene Freiheit genießen, das ist nun erst einmal der Plan. Vielleicht ja irgendwann sogar wieder mit einem neuen Motorrad. Auch die Liebe hat wieder einen Platz in ihrem Leben gefunden. Sabine zog kürzlich mit ihrem Lebenspartner in eine gemeinsame Wohnung.

„Das Gefühl, krank zu sein, habe ich heute nur noch manchmal. Dafür bin ich meinem Schutzengel unendlich dankbar.”

 

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